Shakespeare in San Diego und Klasse 8 mittendrin – Lesung von David Fermer in der Aula des ASG

Was tut ein 17jähriger, wenn ihm ein total verrücktes Mädchen mehrfach per Videobotschaft seine Liebe gesteht? Warum ist es für Deutsche leichter als für Engländer oder Amerikaner, die Schlüsselszene von Romeo und Julia zu verstehen? Und wie hängt das alles eigentlich zusammen?

Um diese und viele andere Fragen drehte es sich für die achten Klassen des ASG am Dienstag, dem 19. Juni, in der Aula, wo der britische Autor David Fermer für eine Lesung aus seinem Jugendroman California Dreaming zu Gast war. Fermer hatte er schon ein Jahr zuvor das ASG besucht und uns mit einer sehr originellen und charismatischen Präsentation seiner Werke begeistert, so dass wir uns freuten, ihn auch in diesem Jahr wieder begrüßen zu können.

Der Autor begann mit einer anekdotenreichen Schilderung seiner Kindheit, bei der er mit der typisch englischen Mischung aus Ernst und Ironie unter anderem die Unterschiede zwischen dem britischen und dem deutschen Schulsystem verdeutlichte. Anschließend tauchte Fermer, der übrigens auch ausgezeichnet Deutsch spricht und abwechselnd in beiden Sprachen mit seinem Publikum kommunizierte, in die Handlung seines Romans ein: Valentin, einen deutschen Teenager mit Liebeskummer, verschlägt es nach San Diego, wo er nach einigen Startschwierigkeiten bald Anschluss und Freunde findet. Die Höhen und Tiefen in Valentins Alltag präsentierte der Autor seinen Zuhörern sehr anschaulich, denn alle Texte konnten mitgelesen werden und einige Passagen ließ Fermer sogar von Schülern aus dem Publikum mit verteilten Rollen vortragen. Verstärkt wurde die gefühlte Nähe zum Geschehen noch durch zahlreiche Videos, die die Handlung ergänzten und als Links auch Bestandteil des Romans sind.

So wurde das Publikum auf sehr kurzweilige Weise Zeuge davon, wie Valentins Liebesleben allmählich auf eine positive Wendung zusteuerte – oder etwa doch nicht? Natürlich wurde, wie in einer Lesung üblich, das Ende nicht verraten, und cliffhangerartig blieb nach 90 Minuten noch manche Frage offen.

Am nächsten Tag darauf angesprochen, wie sie dies empfunden hätten, antworteten einige Schüler, dass sie eine solche Art von Werbung für den Roman überhaupt nicht gestört habe und sie sich das Buch bereits bestellt hätten. Viel mehr muss man über die Wirkung dieses unterhaltsamen Vormittags nicht sagen. Gerne nächstes Jahr wieder!

J. Reuther

 

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