Schüler*innen unterrichten Schüler*innen – das Medienpatenprojekt 2019

„Boah – so früh hatten wir noch kein eigenes Smartphone“ – neugierig werten einige Neuntklässler eine Umfrage aus, die sie in der Jahrgangsstufe sechs am Albert-Schweitzer-Gymnasium durchgeführt haben. Die Umfrage war einer der ersten Schritte, mit denen insgesamt sechzehn Schülerinnen und Schüler – die „Medienpaten“ – sich auf eine selbstgeplante und selbst durchgeführte Unterrichtsreihe in der Stufe 6 vorbereitet haben.

Die Hauptvorbereitung fand in den Räumen der SK Stiftung jugend und medien im Mediapark in Köln statt. „Darf Instagram deine Bilder für Werbung nutzen?“, fragt der Medienpädagoge Thomas Welsch die Jugendlichen. Bevor die Medienpaten mit den Schülerinnen und Schülern der sechsten Klasse arbeiten, müssen sie sich erst einmal selbst zu Expertinnen und Experten rund um rechtliche Fragen von Apps, Sicherheitseinstellungen, technischen Möglichkeiten und didaktischen Methoden ausbilden lassen. Aber auch Haltungsfragen sind für Thomas Welsch bei der Vorbereitung der Jugendlichen zentral. So diskutieren die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, wie sie zum Umgang mit persönlichen Informationen im Internet stehen, oder welche verschiedenen Rollen sie erlebt haben, wenn in ihrer Klasse systematisch einige von Chatgruppen ausgeschlossen wurden.

Am fünften Tag ihrer Ausbildung planen die Medienpaten dann konkret drei Doppelstunden, die sie jeweils in einem kleinen Team in einer sechsten Klasse durchführen werden. Wie wählt man ein sicheres Passwort? Welche Regeln möchte unsere Klasse für Gruppenchats festlegen? Wie macht man sich gegen Cybermobbing stark? Die Themen, aus denen die Neuntklässler ihre Schwerpunkte auswählen, sind vielfältig. Dann heißt es, Computerräume buchen, sich mit Lehrerinnen und Lehrern absprechen, Arbeitsblätter kopieren und schließlich sitzen die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler nicht mehr selbst in der Klasse, sondern stehen vor dreißig Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe sechs. „Bei uns hat der Beamer keinen Ton abgespielt“, „das fühlte sich erstmal komisch an“, „das hat total Spaß gemacht“ – in einer kurzen Austauschrunde zur Halbzeit sind die Eindrücke der Medienpatinnen und Medienpaten vielfältig. Sie geben sich gegenseitig Tipps, was sie beim nächsten Mal anders machen würden, oder was besonders gut geklappt hat.

Im Mai fand zum Abschluss des diesjährigen Projekts der Elternabend in der Aula statt. Zunächst stellten Sechstklässlerinnen und Sechstklässler den Erwachsenen beispielhaft vor, was sie in den Stunden mit den Medienpaten gelernt haben. Dann zeigten die Medienpaten, dass sie bei ihrer Zielgruppe flexibel sind: jetzt konnten die Eltern in Workshops ihr Wissen rund um das Thema Smartphone und Mediennutzung ihrer Kinder vertiefen. So stellten sich beispielsweise schnell neugierige Erwachsenen der Frage, wie man Instagram am besten für sich nutzen kann, oder warum Tik Tok eigentlich so viel Spaß macht.

Viel Beifall bekamen die sechzehn Schülerinnen und Schüler dann, als Herr Jürgensen-Engl ihnen am Ende des Abends ihre Zertifikate als ausgebildete Medienpatinnen und Medienpaten überreichte.

Das Peer-to-Peer-Projekt wurde in diesem Jahr zum siebten Mal zusammen mit der SK Stiftung jugend und medien am Albert-Schweitzer-Gymnasium durchgeführt.

 

  

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